Der goldene Fluss
von RoWe-Tales
von Monika Dettwiler
Klappentext
Schaffhausen im 11. Jahrhundert: Eberhard und Ita von Nellenburg verwandeln das verschlafene Fischerdorf in eine aufblühende Reichsstadt mit Münzrecht und Münster. Der Rheinfall, ein für die Schifffahrt unüberwindbares Hindernis, spielt dabei eine entschiedene Rolle. Und da ist auch der mysteriöse Abt Berno von der Reichenau
Zur Autorin
Monika Dettwiler ist Journalistin und Autorin. Nach ersten Erfahrungen als Journalistin lebte sie einige Jahre in Rom, wo sie Geschichte, Kunstgeschichte und Archäologie studierte, dann heiratete und zwei Söhne grosszog. Bereits ihr erster Roman «Berner Lauffeuer» wurde ein grosser Erfolg. 1999 zieht die Autorin zurück in die Schweiz, wo sie «der goldene Fluss» schreibt.
Auf ihrer Webseite schreibt sie selbst über das Buch: «Dieses dritte Buch ist ein Kompromiss zwischen der Liebe zur Schweizer Geschichte und der Liebe zu Italien. Der Roman spielt sich im Gebiet der heutigen Schweiz und Süddeutschlands ab. Die Hauptfigur, Eberhard von Nellenburg, reist aber mit dem Kaiser und dem Hof zweimal nach Italien. Auch dieses Buch ist später als Taschenbuch erschienen, im Piper Verlag. Als «Der goldene Fluss» vergriffen war, gab der Verlag mir das Copyright zurück, und ich überliess es einem unternehungsffreudigen Kleinverleger, Jean-Marie Rossi vom Buchladen am Rathausplatz in Stein am Rhein. Er hat 2016 eine Linzenzausgabe von 1000 Exemplaren neu drucken lassen.»
Meine Meinung
Vielleicht sieht man es dem Buch etwas an, ich lese es nicht zum ersten Mal. «Der goldene Fluss» ist ein historischer Roman über meine Geburtsstadt Schaffhausen. Da mich Geschichte, historische Romane und meine Heimatstadt immer schon fasziniert haben, war das Buch natürlich ein Muss. Dettwyler ermöglicht uns einen Blick zurück ins Europa des Mittelalters. Grafen, Herzoge und Kaiser haben das Sagen. Aber auch Kardinäle, Äbte und sogar der Papst versuchen die Geschicke so zu lenken, dass sie selbst einen Vorteil daraus ziehen können. Mitten darin das junge Ehepaar Eberhart und Ita. Die Schreibweise von Dettwyler hat mich sofort in die Geschichte hineinsinken lassen. Schnell bekommt man als Leser ein Gefühl, was es für Eberhart bedeutet, ein Rädchen im machtpolitischen Getriebe Europas zu sein. Unterstützt wird er dabei von Litubald, seinem Berater und von Ita, die ein ausgeprägtes Gespür für die Menschen um sich herum entwickelt. Und versucht im Rahmen ihrer Möglichkeit als Frau im Mittelalter, Einfluss zu nehmen.
Dass auch die grossen Auswirkungen, die Schlachten und Kriege um Land und Kaiserkrone behutsam in die Gesichte eingewebt wurden und dabei die Hinter- und Beweggründe gut erklärt werden hilft, den Roman ins Weltgeschehen einzuordnen. Trotzdem aber steht immer die Geschichte von Eberhart und Ita im Vordergrund. Ich habe mich auch immer gefreut, wenn ich beim Lesen einen Ort wiedererkannt habe.
Von mir eine bedingungslose Leseempfehlung. Natürlich auch Verbunden mit dem Anstoss, Schaffhausen uns seine Umgebung mal zu besuchen!