Buchhandel

von RoWe-Tales

Buchhandel

«Voll easy, wenn ich im Selfpublishing veröffentliche muss ich nur mein Buch bei einem Dienstleister veröffentlichen und schon liegt es in der Buchhandlung …»

Leider ein Irrtum. Bei über 12’000 Bücher, die im deutschen Sprachraum jährlich neu erscheinen ist es auch einer grossen Buchhandlung nicht möglich alle Bücher im Verkaufsraum zu präsentieren.

In einer Buchhandlung liegen zwischen 5’000 und 20’000 Titel aus. Da sind aber bei weitem nicht nur Neuerscheinungen dabei. Und es handelt sich bei dieser Menge an Bücher um alle Arten von Büchern. Da sind also Kochbücher, Ratgeber, Reiseführer, Kinderbilderbücher, Romane, Jugendbücher und so weiter dabei. Im VLB sind 2’900’000 Bücher eingetragen. Eine Buchhandlung muss also entscheiden (kuratieren) welche Bücher im Verkaufsraum ausliegen und welche auf Bestellung eingekauft werden.

Was kommt in den Laden?

Bücher müssen in erster Linie für den Buchhandel verkäuflich sein, damit sie in die Auslage kommen. Das heisst, sie müssen einem Trend entsprechen, müssen über eine ISBN verfügen und vom Preis her so angelegt sein, dass der Buchhandel beim Verkauf etwas verdient.

Buchhändler erhalten von grossen Verlagen oder von ihren Zwischenhändlern (Barsortiment) Präsentationen der Novitäten (Neuerscheinungen). Verlagsvertreter stellen in den Buchhandlungen ihre Neuheiten vor. In der Regel passiert das zwei mal jährlich im Frühling und im Herbst. Bei Buchhandlungsketten (Thalia, Orell Füessli usw.) haben die Filialen in der Auswahl weniger Freiheiten.

Was liegt im Trend

Der Buchhändler weiss, was seine Kunden kaufen. Je nach Lage und Spezialisierung des Ladens kann das sehr unterschiedlich sein.

Verlage gehen aktiv auf Buchhändler zu und präsentieren - in Ihrer Sicht - im Trend liegende Bücher, oder sie kaufen sich in der Buchhandlung Auslage-Flächen, die sie mit ihren Verlagsprodukten bestücken. Diese Auslage-Flächen liegen zumeist an attraktiven Orten im Lagen (Eingangsbereich, gut sichtbare Wandregale usw.)

Buchhandlungen orientieren sich aber auch über Social-Media, welche Trends gerade aktuell sind (Instagram, Tiktok, Goodreads). Oder sie orientieren sich an den Trends der grossen Buchmessen (Frankfurt, Leipzig).

 

Was kann ich als SP-Autor machen

Primär muss ich darauf achten, dass mein Buch für den Buchhandel sichtbar und verkaufbar ist.

  • im VLB eingetragen
  • ISBN Nummer auf dem Buch aufgedruckt
  • Verkaufskonditionen (Preis, Remittierung) müssen geklärt sein

Und bei einem Buch mit regionalem Bezug lohnt es sich sicher, die unabhängigen Buchhandlungen in dieser Region zu besuchen und ihnen ein Exemplar des Buches zu präsentieren.

In Deutschland gibt es aktuell eine Aktion die sich Selfpublisher Speeddating nennt. Es geht dabei darum Buchhandlungen und Selfpublisher zusammenzu bringen.

 

Verkaufspreise / Buchpreisbindung

in Deutschland gibt es für Bücher eine Preisbindung. Das bedeutet, dass dein Buch in jedem Laden für den Endkunden gleich viel kostet. Dabei gibt es keinen Unterschied, ob das Buch im Grossbuchhandel, beim eigenständigen Buchhändler oder Online angeboten wird. Was jeweils ändert, ist dass was für den Autor schlussendlich übrig bleibt. Übrigens sind auch E-Books in diese Regelung eingeschlossen. Ausnahmen sind Bücher, die länger als 18 Monate am Markt sind und Bücher die über Amazon-KDP angeboten werden. Da diese nicht im VLB aufgelistet sind.

In der Schweiz gibt es keine solche Buchpreisbindung mehr (wurde 2007 abgeschafft). Das bedeutet, dass ich mein Buch auf meiner Webseite in der Schweiz zu einem anderen Preis anbieten kann, als es in der Buchhandlung verkauft wird.

Wichtig ist, dass ich als Selfpublisher einen Preis ansetze, der also dem Buchhandel genügend Umsatz mit meinem Buch garantiert (In der Regel zwischen 30 und 40% des Verkaufspreises). Aber auch so angesetzt ist, dass es für Kunden attraktiv ist, mein Buch zu kaufen. In der Regel liegt der Verkaufspreis für ein Taschenbuch mit Softcover und etwa 600 Seiten bei 16 bis 22 CHF.

Wenn ich mein Buch als Taschenbuch bei trendition erscheinen lasse. Produktion als Softcover 13x21 cm, mit etwa 500 Seiten für 19 € einstellen würde. Wäre mein Verdienst pro Exemplar der über den Buchhandel läuft bei 1,12 €…

 

Remittierung

Buchhandlungen bedingen sich ein Remissions- (oder Remittierungs-)Recht aus. Was bedeutet, dass nicht verkaufte Exemplare von einem Buch wieder an den Zwischenhändler oder den SP-Dienstleister zurückgegeben werden können. Soweit kein Problem. Für den SP-Autoren kann es einfach frustrierend sein, wenn Verkaufszahlen durch Remissionen im Nachgang korrigiert werden. Bzw. die Umsätze korrigiert werden.

Zum Schluss

Selbst, wenn es gelingt, das Buch in einigen Buchhandlungen aufliegt, muss es ja dann auch noch verkauft werden. Hier liegt es wieder am Autoren, das Buch entsprechend zu promoten. Durch Flyer, Social-Media, durch Lesungen oder andere Werbemassnahmen.

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